Suche Home Einstellungen Anmelden Hilfe  

2.1.2 Sprachbeschreibung mit Phrasenstrukturregeln

Regeln für Sprache3
NP -> Artikel Adjektiv Nomen
NP -> Artikel Nomen
. . .

Der Pfeil liest sich "geht über in", "produziert", "lässt sich schreiben als".



Regeln für Sprache3 mit Erweiterungen

NP -> Artikel AP Nomen
AP -> Adjektiv AP
AP -> e
Nomen -> Computer
Artikel -> der
Adjektiv -> große
. . .   

Mit e wird die leere Wortkette bezeichnet. Sie ist in der Eingabe nicht sichtbar.

Wie kommt man zum Satz?

Größer

Ein geeignetes Beschreibungsmittel für Sprachen muss die Kriterien Übersichtlichkeit, Genauigkeit, und Verdeutlichung des Wortaufbaus erfüllen.
Noam Chomsky entwickelte in den 1950er Jahren zu diesem Zweck die Phrasenstrukturregeln, kurz PS-Regeln. Mit ihnen konnte die Struktur einzelner Phrasen genau beschrieben werden. Chomsky, als Linguist, wollte v.a. linguistische Strukturen beschreiben. So orientiert sich der Begriff Phrase auch an den Besonderheiten natürlicher Sprachen. Phrasen, z.B. Nominalphrase oder Verbalphrase, sind Konstituenten im Satz mit Kopf.1

Die Sprache3 wird im Beispiel durch Regeln dargestellt. Dabei wird ein neues Symbol eingeführt, das den Ausgangspunkt für die möglichen Sätze bildet. Allerdings ist jetzt nicht mehr Struktur deutlich geworden als bei der einfachen Mengendarstellung, worin also besteht der Vorteil? Genauso wie das Symbol "NP" für Nominalphrase können weitere versteckte, also in den Sätzen der Sprache nicht mehr sichtbare Symbole verwendet werden.
Für die linguistische Beschreibung müssen diese neuen Symbole wohlbegründet sein. Dort hat man nur indirekte Kenntnis über die zugrundeliegende Struktur durch sichtbare Wortabfolgen, mögliche Ersetzungen und Verschiebungen, Satzumstellungen bei der Fragebildung, aber auch durch den Satzbau von Kleinkindern im Spracherwerb. Anders bei selbstentworfenen künstlichen Sprachen: Hier geht die Entwicklung der sprachlichen Konzepte Hand in Hand mit einer geeigneten syntaktischen Struktur.


1 Der Kopf einer Phrase ist diejenige Konstituente, deren Eigenschaften auf die gesamte Phrase übergehen, z.B. Genus und Kasus bei Substantiven. Dieses Prinzip ist auch aus der Morphologie bei zusammengesetzten Substantiven bekannt: Der Kopf eines Kompositum steht im Deutschen ganz rechts. Blumentopf, ein Topf z.B. für eine Blume vs. Topfblume, eine Blume, die im Topf und nicht im Garten wächst.

Beschreibung durch Regeln 1   2   3 Grammatiken

Benutzer: Gast • Besitzer: senn • Zuletzt gešndert am: