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GML

1. Workshop "Grundfragen multimedialer Lehre"

Termin: 10.-11.03.2003

DdI

Planung und Realisierung von E-Learning-Materialien in der Aus- und Weiterbildung am Beispiel der kaufmännischen Berufsausbildung

Oliver Kamin, Svenja Hagenhoff

Institut für Wirtschaftsinformatik
Universität Göttingen
okamin@uni-goettingen.de

Zur Unterrichtsplanung wird im deutschen Sprachraum das Berliner Modell nach Heimann/Otto/Schulz eingesetzt. Hierbei sind wichtige Entscheidungs- und Bedingungsfelder zu betrachten, um anschließend die Lehrabsichten, Lehrmethoden, Inhalte und Medien für den Unterricht zu bestimmen. Ähnliche Verfahrensweisen können auch bei der Gestaltung von E-Learning-Materialien herangezogen werden. Jedoch ist die Entwicklung von multimedialen und hochwertigen E-Learning-Materialien mit einem sehr hohem Kostenaufwand verbunden. Aus diesem Grund ist es erforderlich, einmal entwickelte Materialien in möglichst vielen Anwendungsgebieten und für möglichst verschiedene Zielgruppen zu nutzen. Diese Forderung steht jedoch insbesondere bei einer sehr heterogenen Verteilung der Zielgruppen den Ansprüchen an die Unterrichtsplanung nach dem Berliner Modell entgegen. Eine Möglichkeit, den Widerspruch zwischen einer breiten Verwendungsmöglichkeit und einer zielgruppenindividuellen Ausrichtung des Lehrstoffes zu entschärfen, ist das modulare Gestalten von Lernangeboten. Hierbei werden die Lerninhalte und die Funktionen in thematisch bzw. funktionell abgeschlossene Einheiten gegliedert. Diese Module werden mit Hilfe eines umfangreichen Beschreibungsinstrumentariums dokumentiert, um bei einer späteren Umkonfiguration (durch das gezielte Hinzufügen und Weglassen von Modulen) die didaktischen Erfordernisse, Modellierungsregeln und Absichten des Autors zu berücksichtigen, um die Mehrfachverwendung der Lernmaterialien zu ermöglichen.
Bei der Entwicklung eines modularen Strukturkonzepts von E-Learning-Materialien stehen eine Vielzahl etablierter Hilfsmittel zur Verfügung. Die inhaltliche Gruppierung von Lerneinheiten kann beispielsweise für die kaufmännische Berufsausbildung mit Hilfe von Rahmenlehrplänen (unter Berücksichtigung der dort angegebenen Lernfelder) erfolgen. Hierbei kann die inhaltliche Beschreibung der Module mit Hilfe von Lernzielen, Lerninhalten, Keywords, Niveauangaben und Strukturinformationen vorgenommen werden. Die Perspektiven der Unterrichtsplanung nach dem Berliner Modell, die inhaltlichen Vorgaben des Rahmenlehrplans und die Gestaltungsparameter von Lernzielmodellen (z.B. nach Bloom oder Krathwohl) lassen sich zu einem entsprechenden Modulkonzept aggregieren, welches anschließend als Pflichtenheft oder sogar das Fachkonzept im Sinne des Software-Engineering für die Entwicklung eines webbasierten Lehr-/Lernarrangements darstellt.

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