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Kurzer Leitfaden für wissenschaftliche Vorträge

Andreas Ludwig, Universität Karlsruhe

1 Die Folien

1.1 Vorüberlegungen

Wie sieht mein Zielpublikum aus? Was ist die wichtigste Teilgruppe? Wieviel Zeit habe ich und was kann ich in dieser Zeit vermitteln?
 
Pro Folie knapp zwei Minuten einplanen.
Wie sieht die Gliederung aus?
 
Überlegen, was man bei Zeitknappheit auslassen kann; die entsprechenden Folien kann man für Rückfragen aufheben.
Viele Aussagen lassen sich auch mündlich treffen.
Nicht alles muss im Vortrag ausgewälzt sein; es kann ruhig etwas Diskussionsstoff bleiben.

1.2 Inhalt

Was muss aus dem Vortrag klar werden?
 
Der Zuhörer soll Interesse an der Lektüre der Ausarbeitung bekommen.
Wie wird der Inhalt verständlich?
 
Einleitung und Zusammenfassung müssen von der Zuhörergruppe mit dem geringsten Kenntnisstand verstanden werden.
Wie wird der Inhalt interessant?
 
Anschauliches (Schaubilder) kommt auf die Folien, Unanschauliches (lange Formeln, Beweise) bleibt zum Nachlesen in der Ausarbeitung.

1.3 Gestaltung

Wie sieht der generelle Folienaufbau aus? Wie mache ich lesbare Folien?
 
Serifenlose, nicht zu filigrane Schrift, kein Blocksatz, Trennungen vermeiden.
Bei der Farbwahl für ausreichenden Kontrast sorgen.
 
Faustregel: Schriften doppelt so groß wie in einem normalen Textdokument.
Fußnoten: 8-9pt -> 16-18pt
Normaler Text: 10-12pt -> 20-24pt
Überschriften: 16-24pt -> 32-48pt 
 
Lieber zwei sparsame Folien als eine zu volle.
Was gibt es sonst zu beachten? Was ändert sich bei Online-Präsentationen mit einem Beamer?

2 Der Vortrag

2.1 Vorbereitung

Den Vortrag vorher üben, laut, am besten mit Zuhörern.
 
Die Einstiegssätze kann man auswendig lernen, es sollte aber nicht so klingen.
Den "Rauschanteil" vermindern, das spart wertvolle Redezeit und behindert nicht das Verständnis der Zuhörer:
 
Erklärungen zum Vortrag kann man vorher oder nachher abgegeben, keinesfalls aber während des Vortrags.
Antworten auf häufig gestellte Fragen ruhig vorher überlegen. Beispiele für typische Fragen und Anmerkungen sind:

2.2 Während des Vortrags

Die Zuhörer müssen die Projektion gut sehen und den Vortrag gut hören können:
 
Beim Folienwechseln ist Gelegenheit, unauffällig die Redezeit zu überprüfen.
 
Nicht am Projektor selbst auf die Folie deuten, sonst steht man leicht im Weg.
 
Die Lautstärke stimmt automatisch, wenn man zur hintersten Reihe spricht.
Einen lockeren und sicheren Eindruck machen:
 
Handzettel mit Stichworten helfen nicht nur bei Hängern, sondern geben einem auch etwas zum festhalten. 
Wichtige Anmerkungen, die nicht auf den Folien stehen, kann man auf solchen Handzetteln notieren.
Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen: Wenn die Zeit knapp wird:

2.3 Die Fragen danach

Den Fragenden unbedingt ernst nehmen: Angemessene Antworten geben: Wenn man keine Antwort parat hat:
 
Im kleineren Kreis kann man auch die Anwesenden um Rat bitten; man sollte aber keinen Zuhörer durch direkte Anrede zur Stellungnahme nötigen.
Viel Erfolg!



Stand: November 2000

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