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Elektronisches Bezahlen II

Einleitung
Bezahlen per
Kundenkonto
- Einführung
- Online-Anbieter
- Internet-Märkte
- NetCheque
- Schlußbetrachtung
digitales Bargeld
Chipkarten

Bezahlung per Kundenkonto

 

Einführung

Das Bezahlen per Kundenkonto ist ein schon etabliertes Verfahren, um im Internet Handel zu treiben. Dabei müssen für Kunden und Händler entsprechende Konten bei einer Verwaltungsstelle eingerichtet sein. Der Kunde kann dann Waren vom Händler beziehen und belastet damit sein Konto. Zum jeweiligen Abrechnungszeitpunkt muß der Kunde dann sein Konto begleichen und der Händler erhält daraufhin sein Geld. Von diesen Systemen lassen sich zwei Gruppen herauskristallisieren. Das sind zum einen die Online-Anbieter und zum anderen die Internet-Marktplätze (Cyber-Malls).
Vorgang der Bestellung/Bezahlung

1.+2. der Kunde schickt seine Bestellung über den Dienste-Anbieter zum Händler
3. der Dienste-Anbieter schickt seine Rechnung an den Kunden (zum Abrechnungszeitpunkt)
4.+5. der Kunde begleicht die Rechnung per Banküberweisung
6.+7. der Diensteanbieter prüft die Zahlungseingänge und tätigt die Überweisungen an die Händler
8. der Händler kann über sein Geld verfügen
 

Online-Anbieter

Bei den Online-Anbietern handelt es sich um Unternehmen, die ihren Kunden einen Internetzugang und andere Dienstleistungen in Sachen Informationsaustausch gegen gewisse Gebühren bereitstellen. Große Vertreter dieser Branche sind T-Online, AOL und CompuServe. Diese haben einen Vorteil gegenüber den Internet-Marktplätzen. Um in ein Online-System Zahlungsmöglichkeiten zu integrieren, muß lediglich die Online-Software erweitert werden. Die Kundenkonten stehen schon vorher bereit, so daß fast kein zusätzlicher Aufwand entsteht. Demgegenüber steht aber ein sehr eingeschränkter potentieller Kundenkreis. Wenn der Online-Anbieter in einer Region keine Zweigniederlassung hat oder ein Konkurrent den Kunden bereits unter Vertrag genommen hat, ist dieser Kunde meißt aus dem Kundenkreis ausgeschlossen. Nur wenige Online-Anbieter bieten die Möglichkeit, vom Internet aus auf das Angebot zuzugreifen, da hier wiederum Verwaltungskosten für die neuen Kundenkonten anfallen würden. Dadurch müßte wiederum eine Grundgebühr erhoben werden, was einem zweiten Online-Zugang für den Kunden gleichkäme. Aber wer will schon zwei Internetzugänge für die man zahlen muß. Ein weiterer Vorteil ist allerdings die Netzwerkverbindung, die zum Kunden besteht. Der Kunde wählt sich hierbei über Modem/ISDN beim Online-Anbieter ein. Dazu wird eine Netzwerkanmeldung notwendig. Durch diese authentifiziert sich der Kunde gegenüber dem Anbieter, so daß hierfür kein weiterer Aufwand betrieben werden muß. Die Übertragung der Daten per Modem/ISDN muß dabei nicht verschlüsselt werden, da die Verbindung als sicher einzustufen ist.
 

Internet-Marktplätze

Im Gegensatz zu den Online-Anbietern müssen Internet-Marktplätze ihre Kunden aufgrund des Angebots gewinnen. Potentiell gesehen steht ein solcher Internet-Marktplatz jedem Internet-Surfer zur Verfügung. Man muß sich vorher registrieren lassen, um dort Handel zu treiben. Damit entsteht für den Marktplatzanbieter ein gewisser Aufwand, der meißt mit einer einmaligen Bearbeitungsgebühr beglichen wird. Das Begleichen der Konten erfolgt, wegen der hohen Kosten für Auslandsüberweisungen, über Kreditkarte. Die Karteninformationen werden hierfür bei der Registrierung auf sicherem Wege übermittelt und beim Marktplatzanbieter gespeichert. Für den Händler sieht das etwas schwieriger aus. Er benötigt zum einen Speicherplatz auf den Web-Servern des Marktplatzbetreibers und zum anderen ein Bankkonto in der Region des Marktplatzbetreibers, um die Überweisungen entgegennehmen zu können. Dieser erhöhte Aufwand spiegelt sich dann meißt in einer monatlichen Gebühr (zum Teil auch umsatzabhängig) wieder. Ein weiteres Problem ist die Authentifizierung. Sie erfolgt üblicherweise mittels Benutzername und Passwort. Da man sich jedoch nicht über Modem/ISDN sondern über das Internet verbindet müssen hier Verschlüsselungsverfahren benutzt werden, um ein ausspionieren der Accounts zu verhindern.
 

NetCheque

Ein drittes System, das in diesen Bereich fällt, ist das an der USC entwickelte NetCheque. NetCheque ist nicht wie die beiden vorherigen Systeme nach aussen abgeschlossen, sondern ist für jeden Internetsurfer verfügbar. Dazu muß man ein Konto bei einem NetCheque-Server besitzen. Das System arbeitet dann mit Schecks, die auf jemanden ausgestellt werden, und wodurch sich eine Verbindlichkeit für den Aussteller ergibt. Derjenige, der den Scheck erhält, kann diesen dann einreichen und erhält das Geld gutgeschrieben, währen vom Konto des Bezogenen die entsprechende Summe abgebucht wird. NetCheque benutzt hierzu das am MIT entwickelte Kerberos. Kerberos wurde eigentlich für den sicheren Zugang zu Benutzer-Accounts im Bereich UNIX erstellt. Dazu verwaltet es Benutzerdatenbanken nebst den Schlüsseln der Benutzer. Es wird hier nur ein symetrisches Verfahren (DES) benutzt, wodurch das System sehr leistungsfähig wird. Für die Schecks wird hierbei die Diskquota benutzt. Sie dient eigentlich der Eingrenzung der Plattenspeichers eines Benutzers. Wenn nun ein Scheck an jemanden gereicht wird, erhält dieser sozusagen eine Befugnis, Festplattenspeicher des Scheckausstellers zu benutzen. 
Das NetCheque-System wird dadurch interessant, weil es die wirtschaftshemmende Eingrenzung des Marktes umgeht.
 

Schlußbetrachtung

Die Online-Anbieter sind etablierte Systeme, die bereits einen Kundenstamm besitzen und diesem einige zusätzliche Möglichkeiten bieten. Der Nachteil ist, daß der Markt hier sehr eingeschränkt ist. Als Vorteile gelten aber die leichte Intergrierbarkeit des Zahlungssystems, die guten Möglichkeiten zum Micro-Commerce, die geringen Kosten und der Wegfall zusätzlicher Software, wie sie bei fast allen anderen Systemen notwendig ist.
Die Internet-Marktplätze versuchen diese Markteingrenzung zu überwinden, bilden jedoch immer noch eine Region im Internet. Die Kosten sind hier jedoch größer als bei den Online-Anbietern.
NetCheque schaft den Rahmen der Regionalität zu sprengen und ist theoretisch für jeden beliebigen Kunden, Händler und Systembetreiber verfügbar. Dieses System befindet sich jedoch noch in der Einführungsphase, so daß eine entsprechende Infrastruktur fehlt, die für ein solches System von größter Bedeutung ist.

Benutzer: Gast • Besitzer: mthomas • Zuletzt gešndert am: